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Das gilt nicht

Gestern berserkerte ein Orkan, Baumriesen zog er, als seien es Milchzäne, sein Heulen ließ Wölfe verstummen.

Heut, windstill, hat Nebel große Teile des Waldes verschluckt.
Nur vereinzelt ragen kahle Astgerippe aus dem nimmersatten wabernden grau-milchigen Feuchtkörper, aus dem ein fahrerloses Auto tastend … in … die Restwelt... flieht mit Scheinwerfern, die irr-lichtern, als hätten sie vergessssen, wie geteerte Feldsträßchen aussehen, die ein Unhold begonnen hat, zu federn.
      Ein schwarzes Tuch, früher Nacht genannt, wird diesem Erdfleckchen übergeworfen – oder sollten die Akkus für meine Augen leer sein, nie war ich auf solche Hilfe angewiesen, die so lange mit Trommelfeuerwerbung gepriesen wurde, bis auch ich nachgab.
Anstatt mir Augen, die auf Mäusekörpern gezüchtet werden, einpflanzen zu lassen, zwei auf der Stirn, zwei an den Schläfen.

Aah. Die Akkus melden sich flackernd zurück, sichtlich erfreut, dass der Berserker weitergezogen ist. Mich wundert, dass, ich reib mir die Augen, ein riesiges japanisches Panorama aus bläulicher Tusche erstreckt, wo doch gestern ein mitteleuropäischer – Wald – seinen Winterschlaf hielt.

 

*


Dezember

Sie sitzt auf der Bank
Als hätte sie Wurzeln geschlagen
Ein Müllsack mit leeren Plastikflaschen bei Fuß.
Sie selbst ein Pfand
Von niemandem eingelöst.


*

Die Niko-Laus ist nicht zu Haus

Haben wir
Dem Schutzengel Lachen
Die Flügel gestutzt?

Und die Nachrichten
Sind unser täglicher Nachruf?

Es wird Zeit,
Wieder zu hänseln. Und zu greteln,
Um das Zwerchfell zu beleben.

*

Auch Hetzern gegen Juden hinter die Löffel geschrieben:

„Jeder kann wütend werden, das ist einfach. Aber wütend auf den Richtigen zu sein, im richtigen Maß, zur richtigen Zeit, zum richtigen Zweck und auf die richtige Art, das ist schwer.“

Aristoteles



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Fazit

„Die USA erklärte Ebola den Krieg.“

Gewiss erklärt bald ein Staat,
dass er Ebola mit Waffen unterstützt.



*

„In dieser Welt gehen wir
auf dem Dach der Hölle
und schauen die Blumen.“

Issa, japanischer Dichter (1763 – 1826)


Berlin – Zeuge nur

Wissen Sie......weißt du,
du denkst, du – blutest aus, Dein Gehirn läuft
au –

Du bist Zeuge, nur – einer liegt auf dem Rücken, ohne Ton,
ohne Zucken, einer benutzt ihn als Trampolin und das
höllische Gesox drum rum tanzt, feuert an und feixt und grölt
und bellt –

wie auf Turnschuhpfoten leise drehst Du Dich, streichelst
die Straße mit den Füßen, zwanzig, dreißig Meter rennst du zurück,
in die Toreinfahrt, stolperst, hetzt die Stufen rauf zum ersten Stock
und fahrig den Schlüssel ins Schl- Schloss auf- geschlossen, rein
gestol pert, die Tür zu geschlagen! den Hörer vom Telefon gerissen
– die Polizeinummer, jah – ja in der Dresenstra, ja, ja, kommen Sie,
schnell, es sind viele.
Er is vielleicht schon tot.



*

 

KULTUR

Baah, ist das kalt. Richtig miesewettrig.
Wenn Sie sich trotzdem weigern, sich dickbauchige Bücher von der Frankfurter Buchmesse einzuverleiben, empfehle ich Ihnen, sich an „SIEBEN“ zu erfreuen (auf dieser Homepage unter „Kleine Auswahl von Gedichten und Prosa“), einer Kurzgeschichte über sommerliche Zweisamkeit.

 

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Selbsterkenntnis

Die FDP ist nicht das Gelbe vom Ei,
für das Herr Lindner auch sich selbst nicht hält, denn
er setzte auf Schulranzen: „Schulranzen verändern die Welt.....“,
aber es waren bei der Jamaika-Tagungen keine zugegen.


*


Tatort: Gleich um die Ecke

Die Jahreszeiten wie gehäckselt und verstreut. Dieser Frühling ist so wenig zu erkennen wie der Kauz ohne Flügel – ohne Obdach liegt er frosttot in einem verwohnten Plastiksack. Über ihm, ans Schaufenster gesprayt: „Jetzt hat sichs ausgelungert!“

Eine Pfütze Sonnenlicht fröstelt.

(BAG Wohnungslosenhilfe: „860.000 Menschen in 2016 ohne Wohnung. Prognose: 1,2 Millionen Wohnungslose bis 2018“)


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Am Ende der Verhandlungen

die Jamaika-Koalition unisono:
Das soll unser Baby sein? Das sieht doch aus –
als sei es gerade erst, hochbetagt,
gestorben.


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Pelzig

Noch immer gibt es vereinzelt Menschen, die Arbeitslose Faulpelze nennen. Das ist eine Verleumdung, die inzwischen seltener geworden ist. Allerdings fordern wieder vermehrt Individuen, angebliche Faulpelze in Arbeitslager zu stecken. Dort könnten sie die Arbeiten verrichten, denen sie selbst aus dem Wege gehen.

Dank des Artenschutzabkommens ist es verboten, Faulpelze umzubringen, um sich mit deren Fell zu schmücken oder das Gesäß zu wärmen.

Derzeit geht eine frohe Botschaft durchs Land: Faulpelze dürfen gezüchtet werden. Etliche Menschen haben sich dazu bereit erklärt. Es wird keinem mehr das Fell über die Ohren gezogen, sie werden mitsamt Fell durch Agenturen vermittelt. Die Nachfrage ist inzwischen beträchtlich, saisonbedingt, also im Herbst und Winter.
Nur vereinzelt gibt es noch Leute, die glauben, sie wüchsen auf Bäumen und seien den ganzen Tag damit beschäftigt, sich den Schlaf aus den Augen zu reiben. Damen und Herren aller Gesellschaftsschichten tragen inzwischen lebende Faulpelze, deren Fell gefärbt ist, um den Hals geschlungen. Der letzte Farbschrei: vulkanrot und austriabraun. Lediglich das Schnarchen während ihrer kurzen Nickerchen ätzt den Trägerinnen und Trägern kurzzeitig Leidspuren in ihre Mienen.

Es ist wichtig, die Faulpelze mehrmals in der Woche abzulegen und auszulüften, um zu verhindern, dass sie ihren Trägerinnen und Trägern anwachsen. Es sei aber nicht zu befürchten, dass in diesem Fall die Faulpelze die Befehlsgewalt von Trägerinnen und Trägern übernähmen.


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Aus dem Alltag
(Aus der Reihe Ab & Strus)

„Du bist glücklich.“
        „Ja.“
Pause.
„Liegt das an Trump?“
In Ab’s Kopf blinkt ein Fragezeichen.
„Weil er die Wahl gewonnen hat.“
        „Selbst nach deiner beleidigenden Frage bin ich glücklich.“


*


NACHRICHTEN


Washington – Ballern um Kopf und Kragen
                              oder
                          wer hat zuerst trump-etet

„Früher war die Zukunft auch besser.“
Karl Valentin

Viele US-Amerikaner beharren darauf, Waffen zu tragen. Viele weiße US-Amerikaner hätten Angst vor Überfremdung, vor Migranten. Das kann man nachvollziehen. Schließlich sind die meisten Weißen in den USA Nachfahren von Migranten, die eine große Zahl heimischer Indianer um Land und Leben gebracht und viele Schwarze in Ketten zwangsimmigriert haben.

Vielleicht ist das die Ursache, dass so viele Weiße in den USA sich an Handfeuerwaffen klammern. Sie haben einfach Angst vor einer verspäteten Retourkutsche heutiger Immigranten.

Europäer tendieren dazu, die damalige Zwangsintegrierung Schwarzer als 1. TTIP Amerikas mit Afrika zu werten. Und raten u.a. auch darum von TTIP mit den USA dringend ab.


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ZUR ERINNERUNG

Zwei linke Hände

hat man mir bescheinigt.
Aber das Gehirn
kann rechts und links
durchaus unterscheiden:
Links ist da
wo der Daumen rechts ist
und das Herz
Nicht schlägt.

Aber seinen Platz hat.


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Leverkusen – Genealogie

Der Gentechnologe Hieronymus Bosch,
Schon vor Jahren
Dem Höllenpfuhl entkommen,
Ist untergetaucht
Bei Monsanto-Bayer.
Er lässt sich womöglich klonen –
Für jede Regierung der EU-Mitglieder.
Ein O-Schreck-lass-nach!


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AfD

bedeute Alternative für Deutschland. Das ist Unsinn, keine Partei ist eine Alternative für ein Land. Aber die Freunde der AfD glauben wohl, wenn sie auf dem Wahlzettel bei AfD ihr Kreuz machen, leben sie im christlichen Abendland AfD und sind ermächtigt, in Deutschland Kreuzzüge zu machen.
Dem ist nicht so.

 
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Gehört: – „Immigrantenpack“

Jeder Mensch wandert
Bei seiner Geburt
Gleichzeitig
Aus und ein.

Sie staunen?
Über so viel Unwissenheit
Staune ich auch.

 
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München – Er lässt nichts aus

Horst Seehofer, das Flaggschiff der CSU hatte sein Erscheinen zur gestrigen Pressekonferenz in einer Burka, einem Ganzkörperschleier, angekündigt. So geschehen. Er wolle damit zeigen, dass diese Faltenrüstung die Identität des Trägers bzw. der Trägerin verschleiere. Mit diesen Worten bewegte der Träger die Falten, dass eine senkrecht verlaufende Naht sichtbar wurde, die das vermutete Kleid zum Ganzkörper-Hosenanzug verändert hatte, aus dem Merkeloni, das Double der Kanzlerin, winkte.

Wie das ganze Spektakel zu Ende ging? Überliefert ist lediglich Seehofers Schrei: Lasst mich hier raus!

        
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Berlin – Was ich mich frage

   von Georg Lichtblick

Laut Gauland ist die AfD die Partei „für den kleinen Mann“.
Mittel- und großwüchsige Männer sind demnach nicht erwünscht.
Und was ist mit der kleinen Frau?
Für sie gilt „das Leitbild der Familie“.
Meinen Sie etwa als Heimchen am Herd? Dann, Herr Gauland, ist Ihre 1. Vorsitzende allerdings kein Vorbild.

Stimmt es, dass sie die Erbschaftssteuer abschaffen wollen?
Freuen sich die Superreichen.
Und die Kernkraftwerke sollen länger betrieben werden.
Gibts dafür etwa Wahl-Unterstüzung der Betreiber?

Hitlers Haus in Österreich wird endlich abgerissen.
Stimmt es, dass einige Ihrer Parteifreunde den Steinhaufen bereits gekauft haben, um durch den Verkauf von Devotionalien in alle Welt Ihre Parteikasse zu füttern?

Herr Gauland, Ihr Name verursacht mir ein unangenehmes Grummeln im Bauch. Gau-Land, ein Land nach einem GAU, dem größten anzunehmenden Unfall.


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Bienenstich Umschlag

Verlegt

Einige wenige Exemplare meines zweiten Buchs, 1975 erschienen und beim Umzug des Verlages untergetaucht, wurden jetzt wieder entdeckt:

Bienenstich
Satiren
Atelier Handpresse Berlin

Nummerierte und signierte Auflage von 250 Exemplaren

(Für einen Einblick:
aufs Bild klicken.)

Eine Rarität
€ 16.– (beim Autor erhältlich)

 
 






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